Spidergawd

Die Gießkanne hat im Hardrock nichts zu suchen, steht im Genre-Katechismus. Aber der irrt ja oft, wenn es richtig interessant wird. Rolf Martin Snustad jedenfalls zeigt den Gläubigen der strikten Observanz einen Stinkefinger in Form seines mächtigen Baritonsaxophons. Er spielt dieses Monstrum mit der pausbackigen Power eines abgezockten Riffers und versorgt Spidergawd mit einem satten, sonor röhrenden, warmen Kraftstrom dort, wo es wichtig ist – in den unteren Mitten. So organisch wie dieses Instrument zu dem Bastard aus Stoner, klassischem Hardrock und ein bisschen New Wave of British Heavy Metal passt, ist es eigentlich erstaunlich, dass es noch nie jemand zuvor probiert hat. Und man kann hören, wie die Band sich von ihrem eigenen Klangkörper euphorisieren lässt. Vom Schub seines Partners getragen, schwirrt Sänger und Gitarrist Per Borten immer wieder ins Hymnische ab.